Förderkreis Blinden-Zentrum Tibet / Braille Ohne Grenzen e.V.
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Aktuelle Berichte

 


 

IISE bekommt einen neuen Namen

"IISE bekommt einen neuen Namen: KANTHARI erläutert von Sabriye Tenberken"

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KiKi’s Kindergarten

1. Meine Kindheit

Mein Name ist Kyila und Kyila bedeutet: "glücklich". Ich bin seit Geburt blind und war ein Student von Braille Without Borders. In der Braille Without Borders Schule wurde eine sog. "Traumfabrik" geschaffen, in der wir unseren besonderen Zukunftstraum entwickelten.

Schon mit 13 Jahren wollte ich einen Kindergarten für blinde Kinder in Tibet aufmachen. Viele blinde Kinder haben motorische und soziale Defizite aufgrund der fehlenden Förderung in jungen Jahren. Die meisten Eltern wissen nicht, wie sie mit ihren blinden Kindern umgehen sollen und lassen sie deshalb entweder nur auf einem Platz sitzen oder binden sie ans Bett, so dass sie sich nicht bewegen können. Die Eltern haben oftmals Angst, dass ihre blinden Kinder sich verletzen. Sicherlich ist diese Art der Behandlung aus Fürsorge entstanden, jedoch wird so die Entwicklung der Kinder behindert.

Alle Kinder, ob sehend oder blind, brauchen körperliche Bewegung, um gesund zu bleiben und motorische Fähigkeiten zu entwickeln. Dies ist besonders für blinde Kinder bedeutsam, da sie besonders auf den Gebrauch ihrer Hände und Finger angewiesen sind. Schließlich nutzen wir unsere Hände und Finger zum "Sehen".
In Tibet denken die Menschen, dass Blindheit eine Strafe ist für fürchterliche Vergehen in einem früheren Leben. Die Gesellschaft behandelt Blinde als dumme nichtsnutzige Wesen. Einige Eltern schämen sich so sehr für ihr blindes Kind, dass sie es in einen Raum sperren und dem Kind nicht erlauben, diesen zu verlassen.

Die Leute sagen, Blind zu sein, ist nicht leicht. Ich denke, dass bei richtiger Vorbereitung auf das Leben, blind zu sein nicht schwieriger ist, als anderes. Aber ein blindes Kind in Tibet zu sein, ruft schlechte Erinnerungen hervor. In meiner Familie gibt es viele Blinde: mein Vater ist blind, meine beiden älteren Brüder sind blind und ich konnte nur ganz wenig sehen. Jetzt habe ich noch einen kleinen Halbbruder von 3 Jahren, der auch blind ist. Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, werde ich sehr wütend. Die Dorfbewohner behandelten uns wie einen Sack Kartoffeln.

Ich war glücklich, dass ich meine blinden Brüder hatte, die mich begleiteten. Aber ich wollte Freunde in meinem Alter, wollte mit ihnen spielen und in die Schule gehen wie andere Kinder. Stattdessen war wir immer in unserem kleinen Haus, saßen in der Ecke und warteten auf die Hilfe unserer Mutter. Wir konnten noch nicht mal alleine zur Toilette gehen. Meine Brüder folgten den Anweisungen unserer Mutter und blieben stets wartend sitzen, ich jedoch erkundete lieber meine Umgebung. Das war mein großes Glück, denn verglichen mit meinen älteren Brüdern bin ich wesentlich mobiler. So konnte ich ohne Probleme Treppen steigen, was sie bis heute nicht gelernt haben.

Vor kurzem hat Braille Without Borders ein 18 Jahre altes Mädchen aufgenommen, dass völlig isoliert wurde seit sie mit 5 Jahren erblindete. Sie war stets am Bett fixiert, kann weder Laufen noch Sprechen.

 Obwohl sie nicht geistig behindert ist, wird sie nie unabhängig sein, da sie diese Defizite nie wird kompensieren können.

2. Ein Jahr bei IISE

Vor drei Jahren hatte ich die Möglichkeit am International Institute for Social Entrepreneurs (IISE) in Südindien ein Jahr lang zu studieren. (IISE gehört ebenfalls zu Braille Without Borders). Wir waren 20 Teilnehmer aus 14 verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Hautfarben und Sprachen. Die Leute fragten mich, wie es möglich sei, dass Menschen aus so unterschiedlichen Ländern, mit ihren verschiedenen Hintergründen, Kulturen und Religionen für 11 Monate zusammenleben. Alle IISE Teilnehmer haben das selbe Ziel. Unser Wunsch ist es ein guter sozialer Unternehmer zu werden, um die Gesellschaft positiv zu ändern. Das Studium war sehr praxisorientiert mit Fallstudien und Arbeit in bestehenden Projekten, darüber hinaus wurden wir in Fundraising, Management und öffentlichen Auftritten geschult. Das Institut hat einen sehr gut strukturierten Lehrplan, wobei das ganze Konzept den Titel "eine Reise in fünf Akten" hat.

Sehr interessant war, dass die "Catalysts", so werden die Lehrer bei IISE bezeichnet, aktiv teilgenommen haben, so dass die Lehrgänge sehr interaktiv waren. Die Idee dahinter war, dass jeder an den Stärken des anderen teilhaben und aus den Schwächen des anderen lernen kann. Die meiste Zeit arbeiteten wir in Teams. Aus dieser Form haben wir viel für die Umsetzung unserer eigenen Projekte gelernt: wie bilde ich ein gut funktionierendes Team und wie werde ich ein guter Teamleiter. Für mich war es sehr interessant die anderen Teilnehmer kennenzulernen, mich mit ihnen auszutauschen, ihre persönliche Geschichte, ihr Schicksal und ihre Träume und Visionen zu erfahren. Wenn ich diese 11 Monate mit einem Bild beschreiben sollte, würde ich sagen, dass wir alle in einem Boot über das Meer segelten. Beim Segeln kann man die Schönheit genießen, muss aber auch heftigen Stürmen widerstehen.
Für mich war das Studium in IISE eine neue Herausforderung und das Leben dort bestand nicht nur aus dem Studium, sondern war eine Vorbereitung auf den Umgang mit realen Problemen bei der Umsetzung der Projekte.
Der erste IISE Jahrgang hat erfolgreich am 13. Dezember 2009 das Studium abgeschlossen.

3. Das Leben nach IISE

Nachdem ich aus Indien zurückkam, habe ich sofort mit dem Fundraising begonnen, was immer eine der größten Herausforderungen ist. Ich suchte im Internet nach Organisationen und Stiftungen, um nach Geldern für mein Projekt zu fragen. Doch erhielt ich auf meine Briefe nur selten eine Antwort. Ich wusste, dass ich nicht aufgeben durfte und so schrieb ich viele Anträge und suchte weitere Möglichkeiten Gelder zu generieren, vor allem in Tibet und China aber auch international.

Meine erste Idee war Spendendosen in Restaurants, Cafes und Teehäusern in Lhasa, der Hauptstadt der autonomen Region Tibets aufzustellen. Aber das funktionierte nicht sehr gut. Nach zwei Monaten sammelte ich die 50 Dosen ein und fand lediglich 300 RMB (ungefähr 40 US$).

Über längere Zeit habe ich ein Netzwerk von Menschen aufgebaut, in dem wir uns über unsere individuellen Erfahrungen bei der Arbeit in und mit NGO`s austauschen konnten:
Matthew McGarvey hat lange Zeit in Tibet gelebt und hat für den "Tibet Poverty Alleviation Fund" gearbeitet. Jetzt ist er für "Price Waterhouse Coopers" tätig und entwickelt Investmentstrategien.

Er arbeitet auch für Braille Without Borders in Indien als Marketingspezialist, dort studierte ich auch bei ihm.

Bianba Ciren ist ein international tätiger Jurist. Er ist Gründer und Direktor von "Tibet Chomo Lungma Law Firm" und Vizepräsident der Tibet Bar Association.
Shiyin Cai ist chinesische Geschäftsfrau und arbeitet momentan für "Dialogue in The Dark", einer Ausstellung, die ein Bewusstsein für Blindheit in der Gesellschaft schaffen will.
Meine erster Fundraisingreise führte mich nach Beijing und wurde von Matthew arrangiert. Es war sehr interessant, ziemlich anstrengend, aber erfolgreich. Ich traf mich sowohl mit Direktoren verschiedener Unternehmen als auch mit Menschen, die meine Idee einen Kindergarten für blinde Kinder in Tibet zu schaffen, unterstützen wollten. Da zu dem Zeitpunkt der Kindergarten noch nicht bestand, war es nicht einfach, über mein Projekt mit ihnen zu diskutieren. Aber ich stellte dar, warum dieses Projekt notwendig sei. Während sie ihr Abendessen genossen, hielt ich eine Rede, erzählte von meiner Kindheit und erklärte ihnen wie toll damals ein solcher Kindergarten für mich gewesen wäre. Das überzeugte sie. Ich erklärte Ihnen, dass ich mein Projekt ohne Fundraising nicht umsetzen könnte. Ich weiß, dass man oftmals nicht zu direkt sein darf, aber manchmal geht es nicht anders. Und mein Vorgehen hatte Erfolg. Nach dieser Fundraising Veranstaltung in Beijing schrieb ich weiterhin viele Briefe und berichtete von meiner Idee. Ich fragte nach Hilfe und Rat. Durch das wachsende Netzwerk war ich sehr glücklich endlich genug Gelder zu erhalten, um die alten Militärbaracken, in denen einst Pferde und Rinder untergebracht waren, renovieren zu können.

4. Kiki kicks off
Ich nannte meinen Kindergarten Kiki, was im tibetischen glücklich und fröhlich heißt. Ich wollte, dass "meine" Kinder glücklich und fröhlich sind. Eine gute Kindheit ist eine wichtige Grundlage für eine schöne Zukunft. Aber bevor ich anfangen konnte, musste noch vieles vorbereitet werden.
Wenn man blind ist, gibt es viele Dinge, die man nicht alleine tun kann. Ich habe keinen Schimmer von Renovierungen und Konstruktionen. Daher war ich froh, Paul, Mike und Adron als Berater zu haben. Ich brauchte vier Monate, um das ganze Gelände zu renovieren, ich verbrauchte den größten Teil meines Geldes, aber es hat sich gelohnt. Ich selbst konnte nicht die ganze Zeit vor Ort sein, aber ich vertraute meinen Helfern und als ich nach einigen Monaten zurückkam, um die alten Baracken zu sehen war es unglaublich. Es war ein völlig neues Gebäude: eine moderne Küche, ein schöner Essraum, ein Schlafraum für die Kinder und einen für das Personal, ein Klassenraum und einen Garten mit großer Rasenfläche, wo die Kinder umher rennen können. Später stiftete die Solar-Firma Sunrain, eine der größten ihrer Art in China, eine Solaranlage, so dass wir ein Heißwassersystem bauen konnten. Schöne Duschen und Toiletten wurden größtenteils von der Firma Sunflower gestiftet.

5. Die Zielgruppe

Es war nicht schwierig die Kinder in Tibet zu finden, da mittlerweile die Blindenschule von Braille Without Borders in Lhasa überall in Tibet bekannt ist. Die ersten acht Kinder wurden zur Schule gebracht, wo sie anfingen zu lernen. Später nahm ich sie mit nach Pelshong/Shigatse, auf der dortigen Farm von BWB befindet sich mein Kindergarten. Aber es ist weiterhin eine Herausforderung blinde Kinder aus den ländlichen Gebieten Tibets zu erreichen. In diesen Gegenden haben die Menschen keinen Zugang zu Fernsehen oder Zeitungen, so dass dort völlig unbekannt ist, dass es eine Schule für blinde Kinder gibt. Die beste Möglichkeit diese Familien zu erreichen, ist über das Radio. Ich nahm Kontakt zu einer tibetischen Radiostation auf und bat sie eine kurze Werbung für Kikis Kindergarten zu senden. Nach einiger Zeit meldeten sich einige Familien und das erste Kind war Tashi Thundrup aus Sakya, eine Gegend nahe Nepal. Tashi hat die Sehfähigkeit seines linken Auges mit 2 Jahren durch einen Unfall beim Spiel mit Feuerwerksraketen verloren. Tashi kommt aus einem sehr kleinen abgelegenen Ort, so dass er vieles noch nie gesehen hatte wie z.B. Telefon oder Fernsehen. Mittlerweile habe ich auch einige blinde Waisenkinder und blinde Straßenkinder aufgenommen und ich entschied mich auch sehende Kinder aufzunehmen, in der Überzeugung, dass es für beide Gruppen positiv ist, wenn sie lernen, dass sie einander brauchen. Zukünftig möchte ich auch Kinder aus der Stadt aufnehmen.

6. Das Personal

Die richtigen Menschen zu finden, mit denen man arbeiten und seine Ziele erreichen kann ist eine weitere große Aufgabe. Und wieder fand ich über unser aufgebautes Netzwerk direkt zu Beginn schon wundervolle Menschen. Ich fand zwei Lehrer, wobei einer von ihnen einen Monat lang ein praktisches Training in Beijings " Family Learning Center" mit vielen anderen Kindergartenlehrern aus ganz China absolviert hat. Die zwei, die für das Haus zuständig sind, sind beides Waisen. Sie sind sehr motiviert und arbeiten hart. Eine von ihnen hatte ein sehr schweres Los bevor sie zu Kiki kam. Sie erzählt ihre Geschichte allen Kindern und es ist unglaublich wie sie ihre vielen Probleme lösen konnte. Als sie 12 Jahre alt war, schickte ihre Familie sie in die Stadt, damit sie Arbeit findet. Sie arbeitete vier Jahre als Haushälterin ohne jedoch bezahlt zu werden. Alles was sie bekam war ein Platz zum Schlafen und etwas zu Essen. Mit 16 Jahren verließ sie diesen Platz und schloss sich einem Freund an, der in einem Teehaus arbeitete. Er versprach ihr zu helfen, Arbeit zu finden, doch stattdessen verkaufte er sie. Sie bekam nicht genug zu essen und wurde geschlagen. Schließlich traf sie die Entscheidung, sich bei Kiki zu bewerben. Wir sind sehr glücklich, sie hier zu haben. Die Art wie sie mit den Kindern umgeht ist unglaublich.

7. Mein neues Leben

Mein neues Leben begann am 22. Juni 2011. Ich verließ meine Arbeit in der Verwaltung der Blindenschule in Lhasa. Zusammen mit den ersten 8 Kindergartenkindern fuhr ich in unser neues Heim nach Pelshong. Ich muss zugeben, dass es für mich sehr schwer war Braille Without Borders zu verlassen. Es war als ob ich mein Zuhause verlasse und auch Sabriye und Paul, die wie Eltern zu mir waren.

In einer E-Mail schrieb ich ihnen:
"Lieber Paul, liebe Sabriye,
...Ich weiß nicht genau, aber ich habe sehr gemischte Gefühle von hier wegzugehen. Beide Lehrer von Kiki sind sehr gut und ich bin glücklich über mein tolles Team. Ich werde dieses Wochenende gehen und vorher alles notwendige hier arrangieren. Ich kann nur sagen: vielen Dank für alles und dass ich nicht weiß wie ich es in Worte fassen kann.
Kyila"

Die beiden schrieben mir Folgendes zurück:
"Liebe Kyila,
Dein neues Leben beginnt!! Wir wünschen Dir alles Gute und sind sehr stolz auf Dich. Wir sind sicher, Du wirst die Welt rocken! Mike freut sich darauf, dass Du kommst. Bitte, sei nicht traurig. Sei unbesorgt, Nyima wird in Lhasa alles wunderbar machen.
Alles Gute
Sabriye und Paul"

Am 26. Juni 2011 standen wir sehr früh auf und die 8 Kinder, die mit nach Peshong in meinen Kindergarten umziehen sollten, waren sehr aufgeregt. Alle Schüler der Blindenschule waren ebenfalls schon früh auf, um uns zu verabschieden. Sie bereiteten Khatas und überreichten uns kleine Geschenke, die sie von ihrem wenigen Taschengeld besorgt hatten. Dechen Yudon, ein 13 Jahre altes Mädchen, überreichte mir 5 Yuan. Als ich sie fragte, wofür dass Geld sei, sagte sie, dass es eine kleine Spende für meinen Kindergarten sei und sie mir dafür danken wolle, dass ich für diese Kinder sorge. Ich war so gerührt, dass ich keinen Ton mehr herausbrachte.

Terkang, ein Fotograf und Unterstützer von BWB hatte einen Bus für den Umzug organisiert. Alle Schüler brachten uns zum Bus an der Hauptstraße, wo es dann viele Tränen und Umarmungen zum Abschied gab. Ich war sehr traurig und konnte mit dem Weinen nicht aufhören.
Wir waren fast 40 Personen im Bus: neben meinen 8 Kindern fuhren noch viele Freunde von Terkang und einige Zeitungsreporter mit. Zunächst war es im Bus sehr still. Aber Terkang war so aufgeregt und freute sich darauf Kikis Kindergarten zu sehen, dass er anfing zu Singen, bis schließlich alle in den Gesang einfielen. Ich war so überrascht, da normalerweise Terkang sehr zurückhaltend ist und ich ihn noch nie so lustig erlebt hatte. Er schmetterte Chinesische Rocksongs und ein jeder im Bus sang laut mit.
Plötzlich hörte ich eine Stimme im Bus, die mir lieb und teuer war. Es war MoMo - eine der BWB-Hausmütter. Ohne mein Wissen saß sie im Bus. Sie fuhr mit zur Farm, um uns zu helfen. Es wurde ganz ruhig im Bus und jeder hörte MoMo zu und sie begann mit voller Stimme zu singen.
Wir erreichten die Farm gegen Mittag und das gesamte Team der BWB Farm wartete auf uns. Es war ein großes Willkommen mit Speisen und Getränken. Auch mein Vater war da, um mir meinen kleinen blinden Bruder zu bringen, der nun das 9. Kind meines Kindergartens war. Der Koch hat ein tolles vegetarisches Mahl gezaubert mit vielen frischen Zutaten aus den Gewächshäusern der Farm. Ein jeder genoss das Essen und ich machte mit Mike und Ardon einen Rundgang über die Farm.

Der Kanadier Mike ist 68 Jahre und ein sehr netter Mann, der sich ganz und gar den blinden tibetischen Kindern widmet. Ich freue mich immer ihn zu sehen.
Nach dem Essen bekamen meine Kinder ihre "Uniform", die von der Firma Sunflower gestiftet wurde. Die Kinder freuten sich riesig über die neuen Sachen. Zu meiner Überraschung haben Terkang und seine Freunde ein buntes Banner mit den Worten: "The first Kindergarten for the blind in China" als Willkommen angefertigt. Ich war sehr gerührt und versuchte eine kleine Rede zu halten, die ich aber wegen Tränen dauernd unterbrechen musste. Es war einfach unglaublich, dass mein Traum nun wahr wurde. Ich wusste, dass es das war, was ich seit Jahren machen wollte.

Kiki ist seit unserer Eröffnung langsam gewachsen. Ich habe nun 14 Kinder zwischen 3 und 5 Jahren, die herumlaufen und spielen. Das Jüngste ist erst 2 Jahre. Als die Eltern es brachten, habe ich ihnen gesagt, dass das Kind noch zu jung sei und sie es doch in einem Jahr wiederbringen sollten. Die Eltern antworteten jedoch, dass sie niemanden hätten, der für das Kind sorgen könnte und sie es so auf der Straße zurücklassen würden. So nahm ich das Kind natürlich auf.

Es ist immer wieder faszinierend was für große Schritte die Kinder jeden Tag machen. Wir haben einen Jungen, er ist 5 Jahre alt, der nicht richtig essen konnte. Er war nicht in der Lage die Schüssel oder den Löffel zu halten. Die Eltern erzählten, dass sie ihn immer gefüttert haben. Nun kann er alleine essen und zwar genauso schnell wie die anderen Kinder. Es ist schon eine Menge Arbeit auf 14 kleine Kinder zu achten und anzuleiten und ohne meine Helfer wäre ich aufgeschmissen.

Liebe Freunde und Unterstützer von Kiki,
im Namen von allen Kindern und meinem Team möchte ich allen für ihre Unterstützung danken. Ein besonderer Dank gilt Mr Wangchen Gelek und seinen Kollegen von TDPF.

Vielen Dank, dass ich meine großen Traum umsetzen konnte.

KiKi’s Kindergarten im Internet – www.kikikids.org 


Bericht & Video vom 06.09.2011 
Integrierter Kindergarten für sehende und blinde Kinder in Shigatse/Tibet
Kyila, Projektleiterin aus Tibet und Absolventin des 2. Ausbildungsjahres im IISE Training in Kerala, hat einen Integrierten Kindergarten für sehende und blinde Kinder in Shigatse/Tibet eröffnet - mit Unterstützung des Förderkreises Blindenzentrum-Tibet, BOG - und schrieb uns gerade diese Mail:

Hallo liebe Freunde und Unterstützer von Kiki (Kiki`s Kindergarten),

wie geht es Euch?
Hier ein kurzer aktueller Bericht!
Wir haben jetzt 14 Kinder und zwei davon sind sehend. Ein vierjähriger, sehender Junge kam gerade vor drei Tagen zu uns und er stammt aus einer sehr armen Nomadenfamilie.
Er selber ist auch behindert, er kann nicht richtig gehen.
Er wird zwei Jahre im Kindergarten bleiben und dann soll er in eine reguläre Schule gehen.
Dawa Kyila, das Mädchen, das Probleme mit ihren Augen hatte, wurde operiert und nun hat sie ein wunderschönes künstliches Auge, das sehr viel angenehmer ist, vorher musste sie viele Schmerzen zu ertragen.
Der "Lehrer Tag" kommt bald, daher bereiten wir - die Studenten und ich - ein kleines Lied und ein Geschenk für die Lehrer vor.
Hier schicke ich Euch einen Link, um mit Euch an all dem teilzunehmen, was hier so passiert.

Videolink:
http://www.abc.net.au/news/2011-09-03/chinas-first-kindergarten-for-blind-children-opens/2869292

Danke für Eure wunderbare Unterstützung

mit herzlichen Grüßen

Kyila
" Macht die Blinden stark, bevor sie behindert werden!"

- > mehr Infos zum Projekt Shigatse


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